Auf verschiedenen Ebenen ist die Instrumentalwissenschaft mit der Sportwissenschaft vergleichbar.
Die Neu-Entwicklung von physiologischen Messverfahren und Technologien zur Bildaufzeichnung führten Anfang der 1970er Jahre zur Gründung der Sportwissenschaft.
Eine weltweite Expansion mit immer eindrucksvolleren Leistungen zeigt den Erfolg dieses Wissenschaftszweiges.
Es gibt seither beinahe keine Sportart, die nicht durch den ständigen Einsatz von Bildanalysen und Messverfahren mit den verschiedensten Untersuchungsansätzen fundamental beeinflusst wird.
Noch wenige Jahrzehnte vor dieser Entwicklung waren die Trainingsmethoden kaum von denen der altgriechischen Sportlergeneration zu unterscheiden.
In ähnlicher Weise setzen sich Musiker seit Jahrhunderten bei ihrem „Training“ mit denselben Problemen auseinander:

Welche Tätigkeiten sind zu erlernen, wie funktionieren diese Tätigkeiten, welche Vermittlungsformen gibt es und wie sind diese zu verbessern?

Nach einer umfangreichen weltweiten Recherche zeigte sich, dass es bisher keine vergleichbare Forschungsrichtung im Sinne der Instrumentalwissenschaft gibt.
Vereinzelt existieren zum Teil umfangreiche Studien, die sich mit bestimmten Haltungs- oder Bewegungstechnischen Themen beschäftigen.
Die Intention dieser Studien ist aber durchweg die Darstellung einer favorisierten Gesetzmäßigkeit zur Lösung für ein bestimmtes Problemfeld.
Für den Bereich der Aufführungspraxis gibt es Institute, die sich mit speziellen physiologischen oder musikalischen Analysen auseinandersetzen, es wurde jedoch noch keine Wissenschaft entwickelt, die als systematische Grundlagenforschung für die Musikausübung gelten kann.
Ein wichtiges Aufgabenfeld der Instrumentalwissenschaft ist es, die bisherigen Initiativen in der instrumentalen Haltungs- und Bewegungsforschung zusammenzuführen, die Ergebnisse zu dokumentieren und diese zu ordnen.
Auslöser zur Initiierung dieser Wissenschaft war das Bedürfnis die phänomenalen Ausdrucksformen von prominenten Instrumentalisten besser zu verstehen.